Mainz, den 10.09.2026 – Der 15. September ist Welt-Lymphom-Tag. Aus diesem Anlass gibt das Institut für digitale Gesundheitsdaten einen Überblick zu dieser heterogenen Gruppe an Erkrankungen in Rheinland-Pfalz.
Maligne Lymphome
Lymphome umfassen eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen, die das lymphatische System betreffen. Viele dieser Erkrankungen sind sehr selten, so dass sie oft zu Gruppen zusammengefasst werden. So werden die Hodgkin-Lymphome, die Non-Hodgkin-Lymphome und das Multiple Myelom meist getrennt voneinander betrachtet (1). Die Non-Hodgkin-Lymphome fassen in der Regel die ICD-10-GM C82-C84 zusammen und bilden, von den Fallzahlen her, die größte dieser drei Gruppen.
Obwohl diese Gruppe oft zusammengefasst betrachtet wird, handelt es sich dennoch um voneinander unabhängigen Entitäten, die sich trotz vieler Ähnlichkeiten in vielen Punkten unterscheiden. Das Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten hat aus diesem Grund Auswertungen zu fünf Non-Hodgkin-Lymphomen erstellt und veröffentlicht (2).
Im Fokus standen das (diffus) großzellige B-Zell-Lymphom (ICD-10-GM C83.3), die Makroglobulinämie Waldenström (ICD-10-GM 88.0), das Mantelzelllymphom (ICD-10-GM C83.1), das extranodale Marginalzonenlymphom (ICD-10-GM C88.4) und das follikuläre Lymphom (ICD-10-GM C82).
Situation in Rheinland-Pfalz
Beim Vergleich der fünf Non-Hodgkin-Lymphome (diffus) großzelliges B-Zell-Lymphom, Makroglobulinämie Waldenström, Mantelzelllymphom, extranodales Marginalzonenlymphom und follikuläres Lymphom zeigte sich, dass das (diffus) großzellige B-Zell-Lymphom und das follikuläre Lymphom am häufigsten diagnostiziert werden (Abbildung 1). Für alle fünf untersuchten Non-Hodgkin-Lymphome zeigte sich, dass in der Gruppe der 70 bis 79-Jährigen die meisten Neuerkrankungen auftreten (Abbildung 1).
Wird das ereignisfreie Überleben von den fünf Non-Hodgkin-Lymphomen verglichen, so zeigen sich erneut Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Als Ereignisse zählen ein Progress der Erkrankung, ein erneutes Auftreten der Erkrankung, das Auftreten von Fernmetastasen oder auch der Tod der Patientin bzw. des Patienten. Für alle untersuchten Non-Hodgkin-Lymphome zeigte sich ein günstigeres Überleben für jüngere Patientinnen und Patienten im Vergleich zu älteren (Abbildung 2). Allerdings zeigt sich für die am stärksten betroffene Altersgruppe der 30 bis 79-Jährigen, dass bei Mantelzelllymphomen und dem (diffus) großzellige B-Zell-Lymphom bei mehr als 50% der Patientinnen und Patienten bereits in den ersten vier Jahren nach Diagnose ein Ereignis eintritt. Im Vergleich dazu tritt bei den anderen drei Lymphomen ein solches Ereignis überwiegend erst später ein.
Risikofaktoren
Das Alter spielt bei Non-Hodgkin-Lymphomen wie bei fast allen Krebserkrankungen als Risikofaktor eine Rolle. Allerdings beeinflusst auch das Geschlecht das Erkrankungsrisiko, denn insgesamt erkranken mehr Männer als Frauen an Non-Hodgkin-Lymphomen (3). Die Gründe hierfür sind bisher nicht bekannt. Weitere Risikofaktoren für Non-Hodgkin-Lymphome sind genetische Faktoren, Immunschwäche und Autoimmunerkrankungen. Außerdem erhöhen chronische Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) oder mit HIV ebenso das Erkrankungsrisiko (4) wie auch eine erhöhte radioaktive Strahlung und eine vorangegangene Chemotherapie (5).
Symptome, Diagnose und Therapie
Zu den ersten Symptomen für Non-Hodgkin-Lymphome zählen geschwollene Lymphknoten, Fieber, starkes Schwitzen oder Gewichtsverlust (6). Bei einem konkreten Verdacht auf ein Non-Hodgkin-Lymphom erfolgt eine Tastuntersuchung der Lymphknoten und die Analyse einer Gewebeprobe (Biopsie) (7). Wurde ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, hängt die Therapieentscheidung davon ab, wie aggressiv die Erkrankung ist. Manchmal ist eine sofortige Behandlung angezeigt. In einigen Fällen kann jedoch eine beobachtende Therapie mit regelmäßigen Kontrolluntersuchen ausreichen (8). Die Therapieoptionen beim Non-Hodgkin-Lymphom sind vielfältig und können aus Kombinationen von Chemo-, Immun- und Strahlentherapien bestehen. Die Wahl der Therapie ist bei dieser sehr heterogenen Gruppe an Erkrankungen abhängig vom jeweiligen Subtyp, dem Stadium der Erkrankung und vom Allgemeinzustand der Patientinnen und Patienten (9). Erfreulicherweise wurden auch für Non-Hodgkin-Lymphome in letzten Jahren neue Medikamente zugelassen, die sich spezifisch gegen die jeweiligen Tumorzellen richten. Diese neuen Behandlungsoptionen haben bereits zu großen Fortschritten in der Therapie von Non-Hodgkin-Lymphomen geführt (10).
Das Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP
Das Institut für digitale Gesundheitsdaten schafft digitale, interoperable und qualitätsgesicherte Prozesse und Systeme. Mit diesen erhebt, verarbeitet, analysiert und visualisiert es Daten und verknüpft diese, um nutzbares Wissen zu generieren. Das IDG stellt notwendige Daten, Werkzeuge und Informationen bereit, um auch andere bei der Verbesserung der Gesundheit jedes Einzelnen zu unterstützen. Dafür arbeiten rund 90 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng zusammen. Das IDG hat langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Patientendaten und deren gesellschaftlicher Nutzung.
Das Krebsregister RLP im Institut für digitale Gesundheitsdaten
Der Geschäftsbereich Krebsregister RLP erfasst seit 2016 flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen. Jährlich übermitteln die onkologisch tätigen Einrichtungen etwa 450.000 Meldungen an das Krebsregister RLP, die dort qualitätsgesichert aufbereitet und ausgewertet werden. Inzwischen liegen Daten zu nahezu 1.000.000 Menschen mit Krebserkrankungen vor. Das oberste Ziel des Krebsregisters ist es, die onkologische Versorgung für Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz zu verbessern.
Referenzen:
- www.krebsinformationsdienst.de/lymphome
- doi.org/10.1007/s12312-025-01530-1
- https://onkologie-monitor.idg-rlp.de/app/onkologiemonitor
- www.journalonko.de/haematologie/non-hodgkin-lymphome#
- www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Non-Hodgkin-Lymphome/non-hodgkin-lymphome_node.html
- www.krebsinformationsdienst.de/lymphome
- https://www.krebsinformationsdienst.de/lymphome
- www.krebsinformationsdienst.de/lymphome
- www.journalonko.de/haematologie/non-hodgkin-lymphome
- www.krebsinformationsdienst.de/lymphome

