Zum Inhalt springen

Welt-Lungenkrebstag am 01. August: Lungenkrebs ist bei Frauen und Männern auf Platz 2 der Krebsneuerkrankungen und auf Platz 1 der Krebstodesursachen

Situation in Rheinland-Pfalz
Die Daten des Krebsregisters Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten zeigen, dass Lungenkrebs in Rheinland-Pfalz sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste Krebserkrankung ist (Abbildung 1). Bei den Sterbefällen liegt Lungenkrebs bei Frauen und Männern auf Platz 1 (Abbildung 2). In Zahlen bedeutet dies, dass im Jahr 2024 bei 1.369 Frauen und bei 1.781 Männer Lungenkrebs diagnostiziert wurde. Im gleichen Jahr starben 1.017 Frauen und 1.398 Männer an dieser Erkrankung.

Die Inzidenzraten zeigten für Frauen in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Anstieg, allerdings scheinen sie im Jahr 2024 leicht zu sinken (Abbildung 3). Diese Entwicklung muss allerdings in den folgenden Jahren weiter beobachtet werden. Sie könnte aber ein Hinweis auf möglicherweise zurückgehende Zahlen an Raucherinnen sein. Die Mortalitätsraten, die über viele Jahre ebenfalls gestiegen sind, scheinen nun ebenfalls zu stagnieren bzw. leicht zu sinken (Abbildung 3). Bei Männern sinken Inzidenz- und Mortalitätsraten seit vielen Jahre kontinuierlich. Auch dieser Effekt geht höchstwahrscheinlich auf ein geändertes Rauchverhalten zurück (Abbildung 4).

Die Zahlen zeigen jedoch insgesamt, dass weniger Frauen an Lungenkrebs erkranken als Männer. Ursache hierfür ist höchstwahrscheinlich der größere Anteil an Rauchern unter den Männern im Vergleich zu Frauen. Erfreulicherweise ist zwar ein Rückgang des klassischen Nikotinkonsums über Zigaretten seit vielen Jahren zu beobachten. Allerdings steigt der Verkauf von E-Zigaretten, Shishas oder Tabakerhitzern an. Konsumenten sind vor allem junge Menschen. (1)

Generell ist Lungenkrebs, wie die meisten Krebsarten, eine Erkrankung des Alters. So wurden in Rheinland-Pfalz im Jahr 2024 die meisten Lungenkarzinome sowohl bei Frauen als auch bei Männern in der Altersgruppe von 70-74 Jahren diagnostiziert (Abbildung 5).

Die relativ hohen Mortalitätsraten gehen vor allem darauf zurück, dass Lungentumoren oft erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert werden. Im Jahr 2024 wurden knapp 60% der Tumoren im fortgeschrittenen Stadium UICC IV entdeckt und weitere rund 20 % im Stadium UICC III (Abbildung 6).

Je nach Stadium der Erkrankung werden unterschiedliche Therapien durchgeführt. In den frühen Stadien UICC I und II werden viele Tumoren operativ entfernt. Zudem können System- und Strahlentherapien durchgeführt werden. Bei den fortgeschrittenen Stadien UICC III und IV finden dagegen vor allem Systemtherapien Anwendung (Abbildung 7).

Früherkennung

Die Prognose für Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs ist umso günstiger, je früher der Tumor entdeckt wird. Aus diesem Grund startete im April 2026 das Screening-Programm für Lungenkrebs. Zielgruppe sind Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die rauchen oder früher geraucht haben. Die Untersuchungen erfolgen mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT). Diese Methode gilt als wirksam, sicher und kosteffektiv, denn je früher ein Tumor diagnostiziert wird, umso besser ist er therapierbar. (2)

 

Das Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP 
Das Institut für digitale Gesundheitsdaten schafft digitale, interoperable und qualitätsgesicherte Prozesse und Systeme. Mit diesen erhebt, verarbeitet, analysiert und visualisiert es Daten und verknüpft diese, um nutzbares Wissen zu generieren. Das IDG stellt notwendige Daten, Werkzeuge und Informationen bereit, um auch andere bei der Verbesserung der Gesundheit jedes Einzelnen zu unterstützen. Dafür arbeiten rund 90 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng zusammen. Das IDG hat langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Patientendaten und deren gesellschaftlicher Nutzung.

Das Krebsregister RLP im Institut für digitale Gesundheitsdaten
Der Geschäftsbereich Krebsregister RLP erfasst seit 2016 flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen. Jährlich übermitteln die onkologisch tätigen Einrichtungen etwa 450.000 Meldungen an das Krebsregister RLP, die dort qualitätsgesichert aufbereitet und ausgewertet werden. Inzwischen liegen Daten zu nahezu 1.000.000 Menschen mit Krebserkrankungen vor. Das oberste Ziel des Krebsregisters ist es, die onkologische Versorgung für Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz zu verbessern.

 

Referenzen: 

(1) https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/rauchen/allgemeines

(2) www.lungeninformationsdienst.de

 

Abbildung 1: Top 5 der Krebsneuerkrankungen bei Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz im Jahr 2024.

Abbildung 2: Top 5 der Krebssterbefälle bei Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz im Jahr 2024.

Abbildung 3: Inzidenz- und Mortalitätsraten für Lungenkrebs [JT1.1]bei Frauen in Rheinland-Pfalz und Deutschland insgesamt in den Jahren 2015 bis 2024.

Abbildung 4: Inzidenz- und Mortalitätsraten für Lungenkrebs bei Männern in Rheinland-Pfalz und Deutschland insgesamt in den Jahren 2015 bis 2024.

Abbildung 5: Anzahl der in Rheinland-Pfalz diagnostizierten Lungenkarzinome im Jahr 2024 bei Frauen und Männern pro Altersgruppe.

Abbildung 6: Prozentuale Verteilung der UICC-Stadien bei Diagnose von Lungenkarzinomen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2024.

Abbildung 7: Prozentualer Anteil an tumortherapeutischen Verfahren pro UICC-Stadium im Jahr 2024 in Rheinland-Pfalz.