Lungenkrebs-Awareness-Monat November: Früherkennung stärken, Vorurteile abbauen – Aktuelle Auswertungen des Krebsregisters Rheinland-Pfalz im IDG
Mainz, November 2026 – Der November ist Lungenkrebs-Awareness-Monat. Er macht auf die Erkrankung, Möglichkeiten der Früherkennung und den respektvollen Umgang mit Betroffenen aufmerksam. Das Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten (IDG) nimmt dies zum Anlass, die Situation in Rheinland-Pfalz anhand aktueller Registerauswertungen darzustellen. Lungenkrebs ist bei Frauen und Männern die zweithäufigste Krebsneuerkrankung und die häufigste krebsbedingte Todesursache.
Situation in Rheinland-Pfalz
Die Daten des Krebsregisters Rheinland-Pfalz im IDG zeigen, dass Lungenkrebs 2024 bei Frauen und Männern an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen stand (Abbildung 1). Im selben Jahr erhielten 1.369 Frauen und 1.781 Männer die Diagnose Lungenkrebs. An der Erkrankung starben 1.017 Frauen und 1.398 Männer; damit liegt Lungenkrebs bei beiden Geschlechtern auf Platz 1 der Krebstodesursachen (Abbildung 2).
Bei Frauen stiegen die altersstandardisierten Neuerkrankungsraten über viele Jahre an; 2024 ist ein leichter Rückgang zu erkennen (Abbildung 3). Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, bleibt abzuwarten. Auch die Sterberaten scheinen zuletzt zu stagnieren beziehungsweise leicht zu sinken. Die Kurven zeigen die Entwicklung in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu Deutschland insgesamt.
Bei Männern sind die altersstandardisierten Neuerkrankungs- und Sterberaten seit vielen Jahren rückläufig (Abbildung 4). Ein verändertes Rauchverhalten gilt als wahrscheinlicher Einflussfaktor. Auch hier ermöglicht der Vergleich mit den bundesweiten Raten eine Einordnung der Entwicklung in Rheinland-Pfalz.
Insgesamt erkranken weiterhin mehr Männer als Frauen an Lungenkrebs. Tabakkonsum ist ein wesentlicher vermeidbarer Risikofaktor. Dennoch können auch Menschen, die nie geraucht haben, Lungenkrebs entwickeln. Neben dem Rauchen können weitere Einflüsse, etwa Umweltbelastungen und genetische Faktoren eine Rolle spielen. Vorurteile und Schuldzuweisungen gegenüber Erkrankten sind deshalb fehl am Platz.
„Lungenkrebs ist eine schwerwiegende Erkrankung, die jeden Menschen treffen kann – unabhängig davon, ob er geraucht hat oder nicht. Schuldzuweisungen sind deshalb völlig fehl am Platz. Entscheidend ist, dass Betroffene frühzeitig eine Diagnose erhalten und bestmöglich behandelt werden. Der Lungenkrebs-Awareness-Monat ist eine wichtige Gelegenheit, über die Erkrankung aufzuklären, Vorurteile abzubauen und das Bewusstsein für die Bedeutung der Früherkennung zu stärken“, so Dr. Katja Schwarzer, Ärztliche Leitung des Krebsregisters Rheinland-Pfalz im IDG.
Lungenkrebs ist vor allem eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Im Jahr 2024 entfielen bei Frauen und Männern die meisten Diagnosen auf die Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen (Abbildung 5). Die Darstellung macht die altersabhängige Häufigkeit sichtbar.
Die hohen Sterberaten hängen unter anderem damit zusammen, dass Lungentumoren häufig erst spät entdeckt werden. 2024 wurden 59 % der Tumoren im fortgeschrittenen Stadium UICC IV und 20 % im Stadium UICC III diagnostiziert (Abbildung 6). Dies unterstreicht die Bedeutung einer möglichst frühen Diagnose.
In den frühen Stadien wurden mit UICC I (13 %) und UICC II (8 %) nur verhältnismäßig wenige Tumoren nachgewiesen.
Die Behandlung richtet sich unter anderem nach dem Erkrankungsstadium. In frühen Stadien UICC I und II werden viele Tumoren operativ entfernt, außerdem kommen Strahlen- und Systemtherapien zum Einsatz. In den fortgeschrittenen Stadien UICC III und IV spielen insbesondere Systemtherapien eine wichtige Rolle (Abbildung 7). Die Grafik zeigt die Verteilung der dokumentierten Verfahren nach Stadium.
Früherkennung
Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto erfolgreicher sind häufig die Behandlungsmöglichkeiten. Die Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) ist eine Methode zur Früherkennung für Menschen mit erhöhtem Risiko durch aktuellen oder früheren starken Tabakkonsum. Für die Inanspruchnahme sind die jeweils geltenden Anspruchsvoraussetzungen maßgeblich. Der Awareness-Monat erinnert zugleich daran, dass Betroffene unabhängig von ihrer Krankheitsgeschichte Unterstützung und eine bestmögliche Versorgung verdienen.
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