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Aktionstag für Gynäkologische Tumoren am 20.09. - Früherkennungsprogramm zum Gebärmutterhalskrebs beeinflusst die Erkrankungszahlen

Mainz, den 15.09.2026 – Der 20. September ist Aktionstag für Gynäkologische Tumoren. In der nachfolgenden Information gibt das Institut für digitale Gesundheitsdaten einen Einblick in aktuelle Auswertungen.

Gynäkologische Tumoren umfassen eine Gruppe an Erkrankungen, zu denen im Wesentlichen die folgenden gehören: das Vulvakarzinom, das Vaginalkarzinom, das Gebärmutterhalskarzinom (Zervix), der Gebärmutterkrebs (Corpus uteri) und der Eierstockkrebs (Ovar).

Insbesondere das Gebärmutterhalskarzinom (Zervixkarzinom) ist aktuell von besonderem Interesse, da sich die ersten Auswirkungen des aktualisierten Früherkennungsprogramms anhand von Krebsregisterdaten untersuchen lassen. Aus diesem Grund haben Mitarbeitende der Frauenklinik der Universitätsmedizin in Mainz, in Zusammenarbeit mit dem Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten, einen Einfluss des aktualisierten Früherkennungsprogramms auf die Erkrankungszahlen analysiert. Die Ergebnisse dieser Auswertungen wurden im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht (1).

Im Rahmen des im Jahr 2020 erweiterten Früherkennungsprogramms haben Frauen ab dem Alter von 20 Jahren Anspruch auf eine zytologische Untersuchung. Für Frauen ab 35 Jahren wird neben der zytologischen Untersuchung auch ein HPV-Test angeboten (2). 

In der aktuellen Veröffentlichung wurden erstmals Auswertungen der bundesweiten Krebsregisterdaten präsentiert, die sehr deutlich zeigen, dass die Anzahl der diagnostizierten invasiven Adenokarzinome seit 2020 zurückgeht (Abbildung 1). Im gleichen Zeitraum steigt die Anzahl der Adenocarcinoma in situ an (Abbildung 1). Dies verdeutlicht den Erfolg des Früherkennungsprogramms, denn Adenocarcinoma in situ sind gut behandelbare Vorstufen der invasiven Adenokarzinome.

Eine Analyse von drei verschiedenen Altersgruppen (Alter bei Diagnose: ≤ 34 Jahre, 35-64 Jahre oder ≥ 65 Jahre) zeigte, dass bei Frauen ab 35 Jahren der Rückgang der invasiven Adenokarzinome am deutlichsten war (Abbildung 2).

Bei den Frauen die jünger als 35 Jahre alt waren, ist ebenfalls ein Rückgang der invasiven Adenokarzinome zu beobachten (Abbildung 2). Ursachen hierfür können z.B. eine stärkere Wahrnehmung des Angebotes für zytologische Untersuchung sein oder auch der positive Effekt der seit 2007 für Mädchen empfohlenen HPV-Impfung. (3) 

Insgesamt weist die aktuell veröffentlichte Arbeit auf einen deutlichen Erfolg des aktualisierten Früherkennungsprogramms für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) hin. Insbesondere in der Zielgruppe der Frauen ab 35 Jahren ist bereits jetzt ein deutlicher Rückgang der invasiven Adenokarzinome zu beobachten. Dieser Erfolg wird, neben der guten Prognose für Frauen, auch zu Einsparungen an Gesundheitskosten beitragen.

 

Das Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP

Das Institut für digitale Gesundheitsdaten schafft digitale, interoperable und qualitätsgesicherte Prozesse und Systeme. Mit diesen erhebt, verarbeitet, analysiert und visualisiert es Daten und verknüpft diese, um nutzbares Wissen zu generieren. Das IDG stellt notwendige Daten, Werkzeuge und Informationen bereit, um auch andere bei der Verbesserung der Gesundheit jedes Einzelnen zu unterstützen. Dafür arbeiten rund 90 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng zusammen. Das IDG hat langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Patientendaten und deren gesellschaftlicher Nutzung.

Das Krebsregister RLP im Institut für digitale Gesundheitsdaten

Der Geschäftsbereich Krebsregister RLP erfasst seit 2016 flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen. Jährlich übermitteln die onkologisch tätigen Einrichtungen etwa 450.000 Meldungen an das Krebsregister RLP, die dort qualitätsgesichert aufbereitet und ausgewertet werden. Inzwischen liegen Daten zu nahezu 1.000.000 Menschen mit Krebserkrankungen vor. Das oberste Ziel des Krebsregisters ist es, die onkologische Versorgung für Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz zu verbessern.

Referenzen:

  1. DOI: 10.3238/arztebl.m2026.0001

  2. www.kbv.de/praxis/patientenversorgung/praevention/gebaermutterhalskrebs-frueherkennung

  3. www.nali-impfen.de/hpv-schwerpunkt/hintergrundwissen/hpv-impfung/historie-hpv-impfempfehlung/

 

Abbildung 1: Inzidenzraten zu invasiven Adenokarzinome und Adenocarcinoma in situ des Gebärmutterhalses in den Jahren 2016-2022 in Deutschland

Abbildung 2: Inzidenzraten zu invasiven Adenokarzinome des Gebärmutterhalses in den Jahren 2016-2022 in Deutschland in drei Altersgruppen