Zum Inhalt springen

Darmkrebsmonat März: Darmkrebsfälle in Rheinland-Pfalz rückläufig – Das Darmkrebsscreening reduziert Darmkrebsraten – kein Anstieg bei jüngeren Patientinnen und Patienten

Mainz, den 24.02.2026 – März ist Darmkrebsmonat. Zu diesem Anlass gibt das Institut für digitale Gesundheitsdaten in der nachfolgenden Information einen Überblick über die aktuelle onkologische Situation von Darmkrebs in Rheinland-Pfalz.

 

Situation in Rheinland-Pfalz

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten. Bei Frauen und Männern ist Darmkrebs sowohl auf Platz 3 der Krebsneuerkrankungen als auch auf Platz 3 der Krebstodesfälle. Im Jahr 2024 wurde in Rheinland-Pfalz bei 1.262 Frauen und 1.539 Männern Darmkrebs diagnostiziert. Im gleichen Zeitraum verstarben 491 Frauen und 633 Männer an dieser Erkrankung. Die Inzidenz- und Mortalitätsraten in Rheinland-Pfalz sind für Frauen und Männer in den letzten Jahren fallend (Abbildung 1a und 1b).

Ab dem Jahr 2020 ist allerdings eine deutliche Verringerung beider Raten bei Männern und Frauen zu beobachten (Abbildung 1a und 1b). Es ist zu vermuten, dass dies auf die im Jahr 2019 optimierte Früherkennung zurückzuführen ist. In diesem Jahr wurde ein Darmkrebsscreening eingeführt, welches sowohl Darmspiegelungen (Koloskopie) als auch Stuhltests umfasst (1). Im Rahmen dieser Früherkennung können Vorstufen von Tumoren erkannt und entfernt werden. Sollte bereits eine Krebserkrankung vorliegen, sind die Chancen hoch, dass sie in einem frühen Stadium diagnostiziert und behandelt werden können. 

Weitere mögliche Einflussfaktoren für die sinkenden Inzidenzraten (Abbildung 1a) könnten Änderungen von Lifestylefaktoren sein. Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, vermindert ein gesunder Lebensstil das Darmkrebsrisiko (2). Ein wichtiger Faktor, auch für Darmkrebs, stellt das Rauchen dar. Seit den 1980er Jahren gehen die Zahlen der Nikotinraucher unter den Erwachsenen in Deutschland zurück (3). Ein positiver Einfluss dieser Entwicklung auf Krebsneuerkrankungen ist wahrscheinlich. 

Die sinkenden Mortalitätsraten (Abbildung 1b) gehen zum einen mit der sinkenden Inzidenz einher. Ein weiterer Faktor, welcher zu einem besseren Überleben beitragen kann, war die Einführung der Zertifizierung onkologischer Zentren durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Aktuell finden sich auf OncoMap (www.onkomap.de) 10 Zentren in Rheinland-Pfalz, welche über ein entsprechendes Zertifikat verfügen. 

Auswertungen der Krebsregisterdaten aus Rheinland-Pfalz weisen allerdings darauf hin, dass nur etwa 50 Prozent der Darmkrebspatientinnen und -patienten in einem zertifizierten Zentrum behandelt werden. Vermutlich fehlen vielen Erkrankten sowie deren Angehörigen Informationen zum Status dieser Einrichtungen. Eine Aufstellung aller durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren in Deutschland sind für jeden Interessierten auf OncoMap verfügbar.

Eine mögliche Steigerung von Darmkrebsfällen bei jüngeren Frauen und Männern wird in der Presse immer wieder diskutiert (4). Allerdings zeigen Krebsregisterdaten aus Rheinland-Pfalz keinen solchen Anstieg, weder für Frauen (Abbildung 2a) noch für Männer (Abbildung 2b). Diese Auswertungen zeigen, dass die Neuerkrankungszahlen in den Jahren 2025 bis 2024 etwa gleichgeblieben sind. Diese Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig es ist, die Daten der Krebsregister einzubeziehen, wenn solche Vermutungen im Raum stehen. Krebsregisterdaten werden in Deutschland flächendeckend erfasst und ermöglichen so ein unverzerrtes Bild auf Erkrankungszahlen, Strebefälle und Behandlungen von Krebsfällen (5). 

Weitere wichtige Informationen zum Darmkrebs unter Einbeziehung von Krebsregisterdaten werden dieses Jahr beim Cancer Quality Hub vorgestellt. Diese, von allen Krebsregistern gemeinsam initiierte Veranstaltung, widmet sich im Jahr 2026 schwerpunktmäßig Tumoren des Dickdarms und des Rektums. Die Teilnahme ist sowohl digital als auch in Präsenz möglich und ist in beiden Fällen kostenfrei. Die Anmeldung wird in Kürze freigeschaltet und findet sich dann unter https://www.dkr.de/cancerqualityhub.

 

Das Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP

Das Institut für digitale Gesundheitsdaten schafft digitale, interoperable und qualitätsgesicherte Prozesse und Systeme. Mit diesen erhebt, verarbeitet, analysiert und visualisiert es Daten und verknüpft diese, um nutzbares Wissen zu generieren. Das IDG stellt notwendige Daten, Werkzeuge und Informationen bereit, um auch andere bei der Verbesserung der Gesundheit jedes Einzelnen zu unterstützen. Dafür arbeiten rund 90 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng zusammen. Das IDG hat langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Patientendaten und deren gesellschaftlicher Nutzung.

Das Krebsregister RLP im Institut für digitale Gesundheitsdaten

Der Geschäftsbereich Krebsregister RLP erfasst seit 2016 flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen. Jährlich übermitteln die onkologisch tätigen Einrichtungen etwa 450.000 Meldungen an das Krebsregister RLP, die dort qualitätsgesichert aufbereitet und ausgewertet werden. Inzwischen liegen Daten zu nahezu 1.000.000 Menschen mit Krebserkrankungen vor. Das oberste Ziel des Krebsregisters ist es, die onkologische Versorgung für Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz zu verbessern.

 

Referenzen:

  1. www.kbv.de/html/index.php
  2. www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/risikofaktoren
  3. www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/rauchen.html
  4. https://www.uniklinikum-leipzig.de/presse/Seiten/Pressemitteilung_8029.aspx
  5. Katalinic et al. doi: 10.3390/cancers15153934

 

Abbildung 1a: Inzidenzraten für Darmkrebs (ICD-10-GM C18-20) bei Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz und in Deutschland insgesamt im Zeitraum 2015-2024

Abbildung 1b: Mortalitätsraten für Darmkrebs (ICD-10-GM C18-20) bei Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz und in Deutschland insgesamt im Zeitraum 2015-2024

Abbildung 2a: Neuerkrankungszahlen für Darmkrebs (ICD-10-GM C18-20) in Altersgruppen für Frauen in Rheinland-Pfalz in den Jahren 2015-2024

Abbildung 2b: Neuerkrankungszahlen für Darmkrebs (ICD-10-GM C18-20) in Altersgruppen für Frauen in Rheinland-Pfalz in den Jahren 2015-2024