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Brustkrebs-Monat Oktober: Brustkrebs häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen – Sterblichkeit gering

Informationen aus dem Institut für digitale Gesundheitsdaten zum Brustkrebs-Monat Oktober – Brustkrebs häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen – Sterblichkeit gering 

Mainz, den 07.10.2026 – Oktober ist Brustkrebs-Awareness-Monat. In der nachfolgenden Information geben wir einen Überblick über die aktuelle onkologische Situation von Brustkrebs in Rheinland-Pfalz.

Brustkrebs ist die häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen. Auch Männer erkranken an Brustkrebs, allerdings deutlich seltener. Bei den Krebstodesursachen war Brustkrebs bei Frauen lange Jahre führend, wurde in den letzten Jahren jedoch vom Lungenkrebs abgelöst.

Situation in Rheinland-Pfalz
Im Jahr 2024 wurde in Rheinland-Pfalz bei 3.800 Frauen und 29 Männern Brustkrebs diagnostiziert. Im gleichen Jahr verstarben 947 Frauen und 8 Männer an dieser Erkrankung. Die Inzidenz- und Mortalitätsraten für Rheinland-Pfalz und Deutschland insgesamt zeigen für Frauen stabile Zahlen (Abbildung 1). Im Vergleich zu den Inzidenzraten sind die Mortalitätsraten bei Frauen mit Brustkrebs sehr gering (Abbildung 1). 

Brustkrebs ist, wie die meisten Krebserkrankungen, eine Erkrankung des Alters. Die häufigsten Neuerkrankungen treten in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen auf (Abbildung 2). Die sehr gute Prognose für die meisten Brustkrebspatientinnen hängt damit zusammen, dass die Tumoren in der Regel früh diagnostiziert werden. Die frühen Stadien UICC I und UICC II umfassen rund 80 % der neu diagnostizierten Fälle (Abbildung 3). Auf die fortgeschrittenen Brusttumoren der Stadien UICC III und UICC IV entfallen hingegen lediglich etwa 20 % (Abbildung 3).

Das Stadium einer Brustkrebserkrankung ist nicht nur wesentlich für die Prognose, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Wahl der Therapie. Wird in den Stadien UICC I-III noch relativ häufig operiert, steht im Stadium UICC IV, in dem bei Diagnose bereits Fernmetastasen vorliegen, die Systemtherapie im Vordergrund (Abbildung 4).

Tumorerkrankungen, die früh diagnostiziert werden, haben die beste Prognose. Aus diesem Grund wurden für Brustkrebs Früherkennungsprogramme eingeführt. Eines der bekanntesten ist das organisierte Mammographiescreening-Programm. Hierzu werden Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre eingeladen (1). Die Ergebnisse einer im Sommer 2025 veröffentlichten Evaluation dieses Programms zeigten, dass bei Screening-Teilnehmerinnen der Anteil der Brustkrebs-Todesfälle um 20-30% geringer waren als bei Frauen, die nicht am Screening teilnahmen (2). Der Erfolg des Programms hat unter anderem dazu beigetragen, dass eine Absenkung des Teilnahmealters auf 45 Jahre diskutiert wird und kurz vor der Entscheidung beim Gemeinsamen Bundesausschuss steht (3).

„Erfreulicherweise werden Brusttumoren meistens in frühen Stadien entdeckt und können somit erfolgreich therapiert werden. Um diesen positiven Trend weiter zu unterstützen, ist es wichtig, dass Frauen regelmäßig ihre Vorsorgetermine wahrnehmen und am Mammographiescreening-Programm teilnehmen,“ merkt Frau Dr. Katja Schwarzer, Ärztliche Leitung des IDG, an. 

Neue Ansätze in der Therapie
Auch für Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs (TNBC), einer Brustkrebsform mit erhöhtem Rückfall- und Metastasierungsrisiko, werden neue Therapieansätze erforscht. In einer Phase-I-Studie in der Universitätsmedizin Mainz erhielten 14 Patientinnen nach der Standardtherapie eine individuell auf die Mutationen ihres Tumors zugeschnittene mRNA-Impfung. Bei allen Patientinnen löste die Impfung spezifische T-Zell-Antworten aus, die teilweise über mehrere Jahre nachweisbar waren. Elf der 14 Patientinnen blieben bis zu sechs Jahre nach der Impfung ohne Rückfall. Aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl und einer fehlenden Kontrollgruppe müssen die Ergebnisse jedoch in weiteren klinischen Studien bestätigt werden (4).

 

Das Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP 
Das Institut für digitale Gesundheitsdaten schafft digitale, interoperable und qualitätsgesicherte Prozesse und Systeme. Mit diesen erhebt, verarbeitet, analysiert und visualisiert es Daten und verknüpft diese, um nutzbares Wissen zu generieren. Das IDG stellt notwendige Daten, Werkzeuge und Informationen bereit, um auch andere bei der Verbesserung der Gesundheit jedes Einzelnen zu unterstützen. Dafür arbeiten rund 90 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng zusammen. Das IDG hat langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Patientendaten und deren gesellschaftlicher Nutzung.

Das Krebsregister RLP im Institut für digitale Gesundheitsdaten
Der Geschäftsbereich Krebsregister RLP erfasst seit 2016 flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen. Jährlich übermitteln die onkologisch tätigen Einrichtungen etwa 450.000 Meldungen an das Krebsregister RLP, die dort qualitätsgesichert aufbereitet und ausgewertet werden. Inzwischen liegen Daten zu nahezu 1.000.000 Menschen mit Krebserkrankungen vor. Das oberste Ziel des Krebsregisters ist es, die onkologische Versorgung für Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz zu verbessern.

 

Referenzen: 

  1. https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/detail/altersgrenze-im-mammographie-screening-programm-auf-75-angehoben
  2. www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/studie-mammographie-screening-pm-09-07-25.html
  3. https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/03-12/mammographie-screening-g-ba-prueft-teilnahme-ab-45-jahre
  4. https://www.nature.com/articles/s41586-025-10004-2

Abbildung 1: Inzidenz- und Mortalitätsraten für Brustkrebs für Frauen in Rheinland-Pfalz und in Deutschland insgesamt (Zeitraum 2015-2024)

Abbildung 2: Verteilung der Neuerkrankungszahlen pro Altersgruppe im Jahr 2024

Abbildung 3: Prozentuale Verteilung der UICC-Stadien bei Brustkrebsdiagnose im Jahr 2024

Abbildung 4: Häufigkeit der verschiedenen Therapiearten nach UICC-Stadium im Jahr 2024