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10 Jahre Klinische Krebsregistrierung Rheinland-Pfalz: Jubiläum im Eltzer Hof Mainz

Mainz, 09. Februar 2026 – Zehn Jahre nach dem Start der klinischen Krebsregistrierung im integrierten klinisch-epidemiologischen Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten kamen am 4. Februar 2026, passend zum Weltkrebstag rund 130 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Klinik, Praxis und aus anderen Krebsregistern im Eltzer Hof in Mainz zusammen, um dieses Jubiläum zu feiern. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, auf eine Dekade klinisch-epidemiologischer Krebsregistrierung zurückzublicken, Erfolge zu würdigen und den Blick auf die zukünftigen Aufgaben des Registers zu richten.

Seit seiner Gründung am 1. Januar 2016, parallel zum Inkrafttreten des Landeskrebsregistergesetzes Rheinland-Pfalz, verfolgt das Krebsregister Rheinland-Pfalz, verortet im Institut für digitale Gesundheitsdaten (IDG), das Ziel, Krebserkrankungen systematisch zu erfassen. Insbesondere steht die Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung im Mittelpunkt, gleichermaßen soll auch die Versorgungsforschung vorangebracht werden. Stets mit dem Ziel, die Versorgung von Patientinnen und Patienten kontinuierlich zu verbessern.

Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßung durch Dr. Katja Schwarzer und Philipp Kachel, Geschäftsführung des IDG, gefolgt von Grußworten hochrangiger Gäste: Katharina Heil, Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Dr. Jürgen Körber, Vorsitzender der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz, sowie Martin Schneider, Leiter der vdek-Landesvertretungen Rheinland-Pfalz und Saarland. Im Rückblick auf zehn Jahre präsentierte im Anschluss Antje Swietlik, ehemalige Geschäftsführerin des IDG, Anekdoten und zentrale Meilensteine während der ersten Jahre. Diese Erfolge wurden von Philipp Kachel und Dr. Katja Schwarzer mit anschaulichen und beeindruckenden Zahlen untermauert.

Die Fachvorträge von Prof. Dr. Volker Arndt (Epidemiologisches Krebsregister Baden-Württemberg & DKFZ Heidelberg), Prof. Dr. Thomas Kindler (Universitätsmedizin Mainz), Dr. Steffen Heß (Forschungsdatenzentrum Gesundheit), Dr. Markus Junker (DFKI) und Prof. Dr. Sylke Zeißig (Bayerisches Krebsregister, Regionalzentrum Würzburg und ehemalige Ärztliche Leiterin des Krebsregisters Rheinland-Pfalz) boten Einblicke in zentrale Themen der Krebsregistrierung: von der politischen und medizinischen Bedeutung über neue klinische Daten und deren Nutzung für die Versorgungsforschung bis hin zu Kooperationen mit onkologischen Spitzenzentren und innovativen Ansätzen wie Künstlicher Intelligenz. 

Zudem gab es einen Ausblick auf die nationale und internationale Rolle klinischer Krebsregister: Jana Holland aus dem Bundesministerium für Gesundheit präsentierte in einer spannenden Keynote, welche Rolle Krebsregistrierung in Deutschland aus bundespolitischer Sicht spielt. „Zehn Jahre klinische Krebsregistrierung sind aus Registerperspektive eine lange Zeit – das Krebsregister Rheinland-Pfalz im IDG ist erwachsen geworden. Entscheidend ist nun, die Daten aus den Registern noch stärker ‚auf die Straße zu bringen‘: national, europäisch und vor allem zum Nutzen der Patientinnen und Patienten. Dafür braucht es keine Datensilos, sondern intelligente Verknüpfungen. Mit dem IDG haben wir hier einen verlässlichen Partner, der den Aufbau moderner Datenräume mit viel Herzblut unterstützt und offene Versorgungsfragen aktiv adressiert – etwa auch mit Blick auf das wichtige Thema Survivorship“, hob sie hervor. 

Und Katharina Heil, Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, betont im Rahmen des Jubiläums „Seit zehn Jahren leistet das Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten einen zentralen Beitrag zur Erfassung und Auswertung klinischer Daten und ist damit eine echte Erfolgsgeschichte für die Versorgungsforschung. Die daraus gewonnene Transparenz und Vergleichbarkeit von Behandlungsqualität und Outcomes stärken die Qualitätssicherung in der Versorgung und bringen einen hohen, ganz konkreten Nutzen für die Patientinnen und Patienten – insbesondere in der onkologischen Versorgung im Land. Zugleich fördert das Institut die interdisziplinäre Vernetzung und unterstützt eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Praxen und anderen Registern".

Die Jubiläumsfeier machte deutlich, welchen Nutzen die klinische Krebsregistrierung für Patientinnen und Patienten hat, wie sie die Qualität in der Versorgung sichert und Transparenz sowie Vergleichbarkeit von Behandlungsergebnissen schafft. Zugleich bot die Veranstaltung wertvolle Gelegenheiten zur interdisziplinären Vernetzung. „Mit Blick auf die kommenden Jahre möchten wir im Krebsregister im IDG neue klinische Daten noch gezielter für die Versorgungsforschung nutzen und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten im Gesundheitswesen weiter stärken“, so Philipp Kachel, Geschäftsführer des IDG. Und Dr. Katja Schwarzer, Ärztliche Leiterin ergänzt „Im Zentrum unserer Arbeit stehen immer die Patientinnen und Patienten. Die klinische Krebsregistrierung hilft dabei, Behandlungsverläufe transparent zu machen, Versorgungsqualität messbar zu verbessern und aus Erfahrungen zu lernen. Diese Ziele werden uns auch in den nächsten Jahrzehnten leiten, damit jede Krebserkrankung heute und in Zukunft nach den bestmöglichen Standards behandelt werden kann.“

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Das Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP 

Das Institut für digitale Gesundheitsdaten schafft digitale, interoperable und qualitätsgesicherte Prozesse und Systeme. Mit diesen erhebt, verarbeitet, analysiert und visualisiert es Daten und verknüpft diese, um nutzbares Wissen zu generieren. Das IDG stellt notwendige Daten, Werkzeuge und Informationen bereit, um auch andere bei der Verbesserung der Gesundheit jedes Einzelnen zu unterstützen. Dafür arbeiten rund 90 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng zusammen. Das IDG hat langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Patientendaten und deren gesellschaftlicher Nutzung.

Das Krebsregister RLP im Institut für digitale Gesundheitsdaten

Der Geschäftsbereich Krebsregister RLP erfasst seit 2016 flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen. Jährlich übermitteln die onkologisch tätigen Einrichtungen etwa 450.000 Meldungen an das Krebsregister RLP, die dort qualitätsgesichert aufbereitet und ausgewertet werden. Inzwischen liegen Daten zu nahezu 1.000.000 Menschen mit Krebserkrankungen vor. Das oberste Ziel des Krebsregisters ist es, die onkologische Versorgung für Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz zu verbessern.

Abbildung 1: Jana Holland (Bundesministerium für Gesundheit)

Abbildung 2: Antje Swietlik (ehemalige Geschäftsführerin des IDG)

Abbildung 3: Vortrag Philipp Kachel (Geschäftsführer des IDG)

Abbildung 4: Vortrag Katja Schwarzer (Ärztliche Leitung des IDG)

Abbildung 5: Auditorium

Abbildung 6: Grußwort Katharina Heil (Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit)

Abbildung 7: Grußwort Prof. Dr. Ralf Kiesslich (Universitätsmedizin Mainz)